Überwachung und Datenschutz

Vermessung des Menschen
Biometrische Systeme im Einsatz

Überwachungs-Kamera im Hauptbahnhof in Hamburg Sankt Georg. Foto: Markus MerzHaargenau vermessen: Science-Fiction-Technik kommt heute schon zum Einsatz, im Zoo, im Kriegsgebiet und im Reisepass.

In Science-Fiction-Filmen werden sie oft gezeigt: biometrische Systeme , die der Sicherheit dienen. Iris-Scan und die Stimmanalyse werden eingesetzt, um sich an der Tür zum Sicherheitsbereich zu identifizieren. Beide Hände werden an der nächsten Barriere in eine gelartige Masse gedrückt, um die Abdrücke der Handfläche abzugleichen. Was nach Zukunft aussieht, wird heute oft schon eingesetzt. Das schafft Arbeitsplätze: Deutsche Anbieter liegen im Biometrie-Geschäft weit vorne.

Biometrische Merkmale gelten als unverwechselbare Möglichkeiten, einen Menschen zu identifizieren. Als Merkmale kommen beispielsweise die Körpergröße, die Iris (Regenbogenhaut), die Retina (Augenhintergrund), der Fingerabdruck, die Gesichtsgeometrie, die Handgefäßstruktur, die Handgeometrie, die Handlinienstruktur, das Nagelbettmuster, die Stimme, die Unterschrift, das Tippverhalten auf Tastaturen, die Lippenbewegung, der Gangstil, der Körpergeruch und die DNA, also der genetische Code infrage. Diese Merkmale können vermessen , digitalisiert und gespeichert werden.

Zugangskontrolle zum Affenhaus

Gesichtserkennung im  Zoo Hannover. Foto: Zoo HannoverDer Zoo in Hannover zeigt sich neuer Technik ganz aufgeschlossen und setzt eine Anlage zur automatischen Gesichtserkennung bei Jahreskartenbesitzern ein. Am Drehkreuz halten die Zoo-Fans ihre Jahreskarte im Check-Karten-Format unter ein Lesegerät und blicken dann in einen Spiegel. Die Kamera hinter dem Spiegel nimmt ein Foto auf und vergleicht das Bild mit dem Foto auf der Karte. Dazu werden die Bilddaten digitalisiert und der Gesichtserkennungssoftware als zweidimensionales Muster zur Verfügung gestellt. Auch die erste Aufnahme, die dann auf dem Ausweis gespeichert wird, wird direkt am Eingang aufgenommen – die Besucher müssen dafür nicht in einen bestimmten Bereich gehen.

„Wir haben circa 90.000 Jahreskartenbesitzer. Ein Grund, um ein solches System einzuführen. Darunter gibt es lediglich 50 Menschen, die das System nicht nutzen wollen. Und die müssen auch nicht“, erklärt die Pressesprecherin der Zoos, Simone Hagen-Meyer, am Telefon. Wer das System nicht nutzt, muss sich mit dem Personalausweis bei dem Kassenpersonal ausweisen. Eine Jahreskarte kostet 65 Euro für Erwachsene und 45 Euro für Kinder.

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