Überwachung und Datenschutz

Zeigt her eure Finger
Ausweise mit biometrischen Daten

Ein hipper Name macht ihn nicht besser: Der E-Pass ist der Terminator unter den Reisedokumenten außen ganz normal und innen Hightech.

Wer sich einen neuen Reisepass besorgt, merkt schon beim Aufnehmen des Passfotos: Es hat sich einiges verändert. Der Reisepass ist nun digital und heißt E-Pass . Seit November 2005 verbirgt sich in ihm ein Radiofrequenzidentifikationschip (siehe Artikel RFID-Chip), in dem zurzeit die digitale Version des Passfotos gespeichert wird. Dieses Foto wird systematisch vermessen und es wird eine mathematische Beschreibung des Gesichts erstellt. Die so gewonnenen, biometrischen Daten werden auf dem Chip gespeichert. Das Bild muss deshalb auf ganz bestimmte Weise aufgenommen werden, damit später Maschinen mithilfe der biometrischen Daten , das Gesicht erkennen und vergleichen können.

Ab November 2007 startet die zweite Generation der E-Pässe, in denen zusätzlich die Abdrücke der beiden Zeigefinger digital erfasst werden. In den Ämtern müssen die Menschen dann erkennungsdienstliche Verfahren wie bei Kriminellen über sich ergehen lassen. Wie das funktionieren soll, wurde im Februar getestet. Der kleine Bruder des E-Passes, der E-Personalausweis soll vielleicht schon ab 2008 eingeführt werden, ebenfalls mit RFID-Chip. Er soll den Vorteil haben, dass sich der Passbesitzer auch im Internet sicher ausweisen kann.

Gefälschte Pässe

Die Vorteile des E-Passes hat der damalige Innenminister Otto Schily (SPD) 2005 in seiner Presserede zur Einführung vorgetragen: Der E-Pass schaffe einen notwendigen neuen europäischen Standard und eine neue Hürde für die Passfälscher. Der alte Pass wird oft gefälscht: 2002 hat der Bundesgrenzschutz bei 7.700 Untersuchungsfällen 290 total gefälschte EU-Pässe gefunden, fast 400 Pässe waren inhaltlich verfälscht. Terroristen nutzen diese Sicherheitslücken: Der 21. Attentäter des 11. September 2001 ist mit einem gefälschten französischen Pass eingereist. Bei einer Razzia in fünf Bundesländern im Januar 2005 wurde ein islamistisches Netzwerk aufgedeckt: Dort tauchten zwei inhaltlich gefälschte europäische Pässe und 20 Totalfälschungen, vor allem nach französischem und belgischem Muster, auf.

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